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Arbeit und Fakten

 

Seriöse Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung deuten darauf hin, dass der Arbeitsmarkt bereits in einigen Jahren mehr junge und qualifizierte Arbeitskräfte benötigen wird, als dann noch zu Verfügung stehen. Es ist von daher realistisch davon auszugehen, dass die Wirtschaft - um ihre Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten - zukünftig auch die Arbeitskräftepotentiale verstärkt nutzen wird, die gegenwärtig häufig noch eine Randposition in der Arbeitswelt haben: Frauen und ältere Beschäftigte, insbesondere wenn sie über höhere Qualifikationen verfügen.


hierzu neue Informationen der BAUA

Schwerpunkt Frauen – ein Auszug aus dem Bericht „Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit 2008 – Unfallverhütungsbericht Arbeit“


 

Vor diesem Hintergrund gewinnt eine Studie der europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz besondere Bedeutung, die darauf hinweist, dass gesundheitliche Belastungen, denen Frauen bei der Arbeit ausgesetzt sind, bislang oftmals unterschätzt worden sind. An ihren Arbeitsplätzen sind Frauen häufiger als Männer psychischen und emotionalen Belastungen ausgesetzt und sie haben ein höheres Risiko an Infektionskrankheiten, Asthma und Allergien zu erkranken. Hinzu kommt, dass die vermeintlich leichtere körperliche Arbeit an Frauenarbeitsplätzen mit deutlich höheren gesundheitlichen Beeinträchtigungen verbunden ist, als bislang bekannt.

Die grundlegenden Veränderungen der Arbeitswelt in Europa, in der industrielle und landwirtschaftliche Arbeitsplätze schwinden, im Informationssektor und in der Dienstleistung aber neue Arbeitsplätze entstehen, führen zu neuen Arbeitsformen, neuen Technologien und neuen Arbeitsverhältnissen. Diese neuen Arbeitsbedingungen - und, verbunden damit Lebensbedingungen - haben unterschiedliche Auswirkungen auf Männer und Frauen. Frauen sind nach wie vor überwiegend für die häusliche Arbeit, die Betreuung von Kindern und Pflege von Verwandten zuständig sind, auch wenn sie einer Vollzeitbeschäftigung nachgehen. Das erhöht ihre tägliche Arbeitszeit erheblich und führt zu höheren Gesundheitsrisiken. Sind berufliche und private Pflichten nicht vereinbar, übernehmen sehr viel häufiger Frauen eine Teilzeitbeschäftigung, die wiederum überwiegend an arbeiten qualifizierten und dotierten Arbeitsplätzen angeboten wird. Mehr Frauen als Männer sind in niedrig entlohnten und ungesicherten Beschäftigungsverhältnissen. Sie sind auf allen Entscheidungsebenen weniger beteiligt und arbeiten häufig in Bereichen, die auch gewerkschaftlich schwächer vertreten sind.

All diese Unterschiede in den Beschäftigungsbedingungen führen auch zu unterschiedlichen arbeitsbedingten Belastungsprofilen und gesundheitlichen Beeinträchtigungen - und dies, obwohl die Gesetzgebung der EU nicht nur die Gleichbehandlung von Männern und Frauen verlangt, sondern auch fordert, dass sich die Arbeit an die Beschäftigten anpassen muss. Die Gemeinschaftsstrategie der europäischen Union zur Gesundheit und Sicherheit bei der Arbeit 2002 – 2006 verfolgt das Ziel einer der besseren Prävention von arbeitsbedingten Erkrankungen, Beeinträchtigungen und Unfällen an allen Arbeitsplätzen und für alle Altersgruppen, um für Männer und Frauen einen längeren Verbleib im Arbeitsleben zu ermöglichen.

Um dieses Ziel in der Arbeitsrealität auch einlösen zu können, ist eine detailliertere Analyse und Beurteilung der Belastungen an Arbeitsplätzen von Frauen und Männern notwendig, die insbesondere unter der Perspektive der unterschiedlichen Biographieverläufe der Geschlechter die Erarbeitung langfristiger und geschlechtsspezifischer Strategien zur Gesundheitsförderung ermöglicht.

infoline Gesundheitsförderung

Ein Informationsdienst des hessischen RKW-Arbeitskreises "Gesundheit im Betrieb"
 

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