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Ältere im Focus - Branchengesundheitsbericht der AOK
Autor: Andreas Heyer

Branchenauswertung nach Diagnosegruppen im Altersverlauf
Die AOK Hessen erstellt Auswertungen der Arbeitsunfähigkeitsdaten ihrer Versicherten, um unterschiedliche Entwicklungen im Altersverlauf von Diagnosegruppen im Vergleich zwischen den Branchen aufzudecken. Durch die spezifischen Arbeitsbelastungen der Arbeitnehmer in ihren jeweiligen Branchen waren Unterschiede in der Entwicklung der Arbeitsunfähigkeitszeiten im Altersverlauf zu vermuten. Beispielhaft wurden die Branchen Öffentliche Verwaltung, Baugewerbe, Gastgewerbe und Gesundheitswesen ausgewählt. Als Vergleichsgruppe diente der Durchschnitt aller bei der AOK Hessen versicherten Arbeitnehmer.

Erkrankungen des Bewegungsapparates
Bei Arbeitsunfähigkeit auf Grund von Erkrankungen des Bewegungsapparates zeigt sich eine deutliche Zunahme der Erkrankungsdauer mit steigendem Alter. Arbeitnehmer mit einem Alter unter 49 Jahren unterscheiden sich in der Anzahl der auftretenden Arbeitsunfähigkeitstage zwischen den Branchen kaum. Bei den Arbeitnehmern über 50 Jahren ist jedoch eine besondere Ausdifferenzierung nach Branchen zu erkennen. Die stärkste Zunahme im Altersvergleich weisen die Beschäftigten in der Baubranche auf, besonders bei den über 60jährigen Arbeitnehmer. Im Gastgewerbe tätige weisen in allen Altersgruppen die geringsten Werte auf (Abbildung 0).

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Erkrankungen des Kreislaufsystems
Bei den Kreislauferkrankungen zeigt sich ein ähnliches Bild. Bei sehr geringen Abweichungen zwischen den Branchen im Erkrankungsvolumen bei den jungen Arbeitnehmern weisen die über 50jährigen Arbeitnehmer eine zunehmende Differenzierung auf. Ältere Arbeitnehmer in der Baubranche haben die höchste Erkrankungsdauer, gleichaltrige Arbeitnehmer im Gastgewerbe die niedrigste (Abbildung 1).

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Atemwegserkrankungen
In der Auswertung von Arbeitsunfähigkeiten auf Grund von Atemwegserkrankungen (Abbildung 2) zeigt sich eine andere Verteilung über die Altersgruppen. Das Erkrankungsvolumen variiert nur wenig im Altersverlauf. Bis auf das Gastgewerbe erreichen die Werte aller Branchen ein Minimum bei den 30 – 49jährigen. Das Baugewerbe weist in dieser Diagnosegruppe ein vergleichsweise geringes Erkrankungsvolumen auf.

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Psychische- und Verhaltensstörungen
Die Altersverteilung bei den Psychischen- und Verhaltensstörungen zeigt eine Ausdifferenzierung der Werte mit steigendem Alter. Die Werte der über 50jährigen in der Branche Gesundheitswesen weisen einen besonderen Anstieg im Vergleich zu den jüngeren Altersgruppen auf. In den Branchen Öffentlicher Dienst und Gastgewerbe steigt das Erkrankungsvolumen im Altersverlauf ebenfalls stärker als der Durchschnitt aller Arbeitnehmer in Hessen. Arbeitnehmer in der Branche Baugewerbe weisen insgesamt die niedrigsten Werte auf.

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Verletzungen & Vergiftungen
Bei den Verletzungen und Vergiftungen zeigen sich in allen Branchen nur geringe Schwankungen im Altersverlauf. Die Baubranche weist in allen Altersgruppen die deutlich höchsten Ausprägungen auf. Die übrigen Branchen sind bei den unter 29jährigen noch deutlich ausdifferenziert und nähern sich mit höher werdendem Alter einander an.

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Erkrankungen des Verdauungssystems
Das Volumen der Arbeitsunfähigkeitstage auf Grund von Erkrankungen des Verdauungssystems zeigt bei allen Branchen nur eine geringe Varianz zum hessenweiten Durchschnitt. Lediglich die Werte der über 60jährigen Arbeitnehmer im Baugewerbe liegen deutlich über dem Durchschnitt.

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Diskussion
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass in den Diagnosegruppen Muskel-Skelett-Erkrankungen, Erkrankungen des Kreislaufsystems sowie psychische und Verhaltensstörungen große Unterschiede zwischen den Branchen im Altersverlauf auftreten. Am Auffälligsten ist die Zunahme von Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems und der Erkrankungen des Kreislaufsystems in der Baubranche sowie der Psychischen- und Verhaltensstörungen in den Branchen Gesundheitswesen und Öffentliche Verwaltung.

Bei den Atemwegserkrankungen und Verletzungen & Vergiftungen ist keine stetig zunehmende Tendenz mit steigendem Alter der Arbeitnehmer erkennbar, es existieren aber altersunabhängige Unterschiede im Erkrankungsniveau zwischen den Branchen. Atemwegserkrankungen treten demnach vermehrt im Öffentlichen Dienst und im Gesundheitswesen auf, Verletzungen & Vergiftungen in der Baubranche und im Verarbeitenden Gewerbe.

In der Diagnosegruppe Erkrankungen des Verdauungssystems sind zwischen den Branchen kaum Unterschiede erkennbar.

Einer Hypothese, dass über die Jahre kumulierte spezifische Arbeitsbelastungen von Arbeitnehmern in ihrer Branche sich im Altersverlauf durch eine Steigerung von Arbeitsunfähigkeit in korrelierenden Diagnosegruppen ausdrücken, muss durch weitere Untersuchungen nachgegangen werden.

 

Kontakt: AOK – Die Gesundheitskasse in Hessen

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