Präventionsportal Startseite_

Schnellnavigation (wichtige Links und Hilfe)

Inhalt der Seite

Präventionsportal >> infoline Gesundheitsförderung >> Anlässe

Belastung & Beanspruchung
Autorin: Ulla Wittig-Goetz

Wie Belastungen beanspruchen und wie Beschwerden entstehen können:
Die Arbeitswelt verändert sich mit zunehmender Geschwindigkeit. Veränderte Arbeitsbedingungen bedeuten auch veränderte Anforderungen an alle Arbeitstätigen. Heute ist in der Arbeitswelt, einerseits ein zunehmender Bewegungsmangel und andererseits eine vermehrt einseitige körperliche Belastung zu verzeichnen. Zudem werden zunehmend erhöhte Anforderungen an soziale und kommunikative Kompetenzen von Arbeitstätigen gestellt. Es liegen vermehrte einseitige psychische und physische Belastungen vor. Hinzu kommt, daß die Beschäftigten in der Regel die Mehrfachbelastungen ausgesetzt sind. Wenn der Rücken schmerzt, zeigen z. B. neuere Untersuchungen, spielen pysische und psychische Belastungen mit. Ob vorhandene Belastungen bei der Arbeit zu Beschwerden oder gar Krankheiten werden hat vielfältige Ursachen.
Der Anspruch, daß der Arbeits- und Gesundheitsschutz sich für den Betrieb "rechne", ist nicht neu. Es ist daher nicht verwunderlich, wenn hohe Erwartungen auch an den Ansatz der betrieblichen Gesundheitsförderung gestellt und hier entsprechend neue Möglichkeiten der Verknüpfung von Gesundheit und Wirtschaftlichkeit genutzt werden.

Was sind Belastungen?
Unter Belastungen werden die auf den Menschen einwirkenden Arbeitsbedingungen verstanden. Dazu gehören   z.B. Umgebungseinflüsse wie Lärm, Klima oder Schadstoffe. Aber auch die Arbeitsmittel, die Hilfsmittel mit denen die Arbeit erledigt wird, zählen hierzu. Hinzu kommen die aus der Arbeit resultierenden physischen und psychischen Anforderungen, die Arbeitsorganisation sowie Lage und Dauer der Arbeitszeit.

Belastungen können sich auch ergeben aus den sozialen Beziehungen im Betrieb (Verhalten von Vorgesetzten, Betriebsklima) oder bspw. aus der Angst vor Arbeitsplatzverlust.

Psychische Belastungen        
In der Arbeitswelt spielen psychische Belastungen und Streß eine immer größere Rolle. Sie entstehen bspw. durch Zeitdruck, Unterforderung bzw. Überforderung, Isolation, Monotonie, fehlende Anerkennung und Unterstützung, hohe Konzentration, geringe Autonomie usw.

Mehrfachbelastungen        
Belastungen treten in der Regel nicht einzeln auf, sondern meist existieren mehrere Belastungsfaktoren am Arbeitsplatz, die sich gegenseitig verstärken können. Deshalb ist es schwierig, eine Beanspruchung oder Gesundheitsstörung ursächlich einem einzelnen Faktor zuzuordnen.
So können beispielsweise Kopfschmerzen sowohl von schlechten Monitoren herrühren als auch durch unzureichende Beleuchtung, Schadstoffe in der Raumluft, aber auch ein hohes Arbeitspensum bei dauernden Unterbrechungen ausgelöst werden.

Deshalb greifen auch Gestaltungsmaßnahmen zu kurz, die nicht das ganze Arbeitssystem in den Blick nehmen. Ein ganzheitlicher Ansatz im Arbeits- und Gesundheitsschutz stellt nicht technische Details, sondern den Menschen mit seinen Beanspruchungen und Bedürfnissen in den Mittelpunkt.

Beanspruchung
Unter Beanspruchung wird verstanden, wie sich die Belastungen auf den einzelnen Mitarbeiter bzw. die Mitarbeiterin auswirken. Das hängt nicht nur von der Belastungsstärke ab, sondern auch von Faktoren wie Alter, Konstitution sowie den individuellen Bewältigungsmöglichkeiten  mit den Belastungen umzugehen.

Die Möglichkeit zur Bewältigung wird maßgeblich beeinflußt von der Qualifikation des Mitarbeiters und den Entscheidungs- und Handlungsspielräumen am Arbeitsplatz.

Beschwerden
Stellen  die   Belastungen eine zu große Beanspruchung  der Mitarbeiter dar, so führt dies in der Konseqenz zu Beschwerden. Aus Beschwerden können auf die Dauer Erkrankungen entstehen, die auch zur Arbeitsunfähigkeit führen können.
 
  • Jeder zweite Bundesbürger (53 Prozent) hat im vergangenen Jahr über Rückenschmerzen geklagt. 30 Prozent der Bundesbürger waren wegen ihrer Rückenschmerzen sogar in ärztlicher Behandlung. 1996 gingen  fast 30 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitstage auf Erkrankungen des Bewegungsapparates zurück (BKK-BV).
  • etwa jder dritte Arbeitnehmer gibt an nach der Arbeit erschöpft zu sein,
  • jeder vierte  leidet unter Kopfschmerzen,
  • ebenso viele leiden unter schweren Schlafstörungen.
Dazu kommen noch Erschöpfungserscheinungen, Konzentrationsstörungen, innere Unruhe, Lustlosigkeit,  Magen-Darm-Beschwerden oder auch Hautprobleme und Beschwerden an Händen, Armen und Beinen.

-

Arbeitgeberpflichten und Maßnahmen
Das neue Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) verpflichtet den Arbeitgeber nach § 5 dazu, Gesundheitsgefahren am Arbeitsplatz zu ermitteln. Ausdrücklich sollen dabei Gefährdungen des Sehvermögens sowie körperliche und psychische Belastungen berücksichtigt werden, wie es es in § 3 der Bildschirmarbeitsverordnung heißt. Aus dem § 3 ArbSchG ergibt sich, daß der Arbeitgeber entsprechende Maßnahmen einzuleiten hat, um die ermittelten Belastungen zu vermeiden. § 6 ArbSchG schreibt vor, daß die Ergebnisse der Arbeitsplatzanalysen entsprechend dokumentiert werden müssen.Untersuchungen ergaben:

infoline Gesundheitsförderung

Ein Informationsdienst des hessischen RKW-Arbeitskreises "Gesundheit im Betrieb"
 

Inhaltsverzeichnis

Sprunglinks