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zur betrieblichen Gesundheitsförderung in Klein- und Mittelbetrieben
"Betriebliche Gesundheitsförderung umfaßt alle gemeinsamen Maßnahmen von Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Gesellschaft zur Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden am Arbeitsplatz.
Dies kann durch eine Verknüpfung folgender Ansätze erreicht werden:
- Verbesserung der Arbeitsorganisation und der Arbeitsbedingungen
- Förderung einer aktiven Mitarbeiterbeteiligung
- Stärkung persönlicher Kompetenzen".
(Luxemburger Deklaration zur betrieblichen Gesundheitsförderung in der Europäischen Union)
Einleitung
Besonderheiten von KMU
KMU unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht von großen Unternehmen. In KMU
- ist das Ausmaß an Arbeitsteilung und Standardisierung von Arbeitsbedingungen geringer
- besteht engerer Kontakt zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern
- wird mehr Flexibilität vorausgesetzt
- bestehen weniger Möglichkeiten, Einrichtungen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes zu nutzen
- sind weniger Zeit und Ressourcen vorhanden, um Wohlbefinden und Gesundheit der Beschäftigten zu fördern
- wirken sich Fehlzeiten drastischer aus.
Herausforderungen für die betriebliche Gesundheitsförderung in KMU
Angesichts geringerer Ressourcen ist es für KMU besonders schwer, Gesundheitsförderungsmaßnahmen durchzuführen. Außerdem ist das Fachwissen, das aktuell zur betrieblichen Gesundheitsförderung vorhanden ist, überwiegend auf Erfahrungen größerer Unternehmen begründet. Alle vorhandenen Konzepte müssen deshalb erst dem besonderen Bedarf von KMU angepaßt werden.
Dazu ist erforderlich,
- die Wahrnehmung betrieblicher Gesundheitsförderung und ihres Nutzens bei den Schlüsselpersonen in KMU zu verbessern
- geeignete Modelle und Konzepte für Gesundheitsförderung in KMU zu entwickeln
- Strategien anzuwenden, welche die besonderen Bedingungen in KMU berücksichtigen und alle Schlüsselpersonen einzubeziehen
- die Maßnahmen an ein bestimmtes Qualitätsniveau anzupassen und einen Bezug zu bestehenden betrieblichen Problemen und Bedürfnissen herzustellen
- aufzuzeigen, wie die Einführung und Entwicklung von betrieblicher Gesundheitsförderung in KMU durch externe Unterstützung gefördert werden kann.
- die Aktivitäten auf die Branche, den Ort und die Region auszudehnen.
Prioritäten des Europäischen Netzwerkes für betriebliche Gesundheitsförderung
Die Mitglieder des Europäischen Netzwerkes betrachten KMU als vordringliches Handlungsfeld in der betrieblichen Gesundheitsförderung.
Im Hinblick auf die zuvor beschriebenen Herausforderungen schlagen die Mitglieder des Netzwerks folgende Initiativen zur Gesundheitsförderung in KMU vor:
- Gezieltes Aufmerksammachen auf aktuelle Prioritäten, Gesundheitssprobleme und -aktivitäten in KMU.
- Ermitteln und Verbreiten von vorbildlichen Praxisbeispielen für betriebliche Gesundheits-förderung in KMU.
- Aufzeigen des Nutzens und der Vorteile betrieblicher Gesundheitsförderung in KMU gegenüber den Schlüsselpersonen.
- Aufbau von Bündnissen und Partnerschaften mit KMU, den Verbänden der Sozialpartner, der GKV/GUV sowie weiteren Schlüsselinstitutionen.
- Unterstützung der Entwicklung von geeigneten Konzepten und Methoden zur Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden in KMU.
Dieses Memorandum wurde von allen Mitgliedern des Europäischen Netzwerkes für betriebliche Gesundheitsförderung anläßlich ihres Treffens vom 24 - 25 April 1998 in Cardiff (Wales) verabschiedet. Das Europäische Netzwerk wird durch die Kommission finanziell unterstützt. Weder die Europäische Kommission noch in ihrem Namen handelnde Personen haften für die Verwendung dieser Informationen.
