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Kraftwerk - Rücken- und Bauchtraining am Arbeitsplatz bei der Daimler AG

Autor: Dierk Maucher

 

In Deutschland haben die Rückenschmerzen in den letzten zehn Jahren um ein Viertel zugenommen, dies geht aus einer Langzeitstudie des BKK Bundesverbandes hervor. Besonders stark angestiegen ist die Zahl der chronischen Beschwerden. Knapp ein Drittel der Betroffenen (29 Prozent) führt seine Rückenschmerzen auf Belastungen im Beruf zurück, 15 Prozent machen schweres Heben und Tragen verantwortlich. Neun Prozent halten falsche Körperhaltung für die Ursachen ihrer Rückenbeschwerden (BKK Faktenspiegel - Schwerpunktthema Rückengesundheit, November 2008).

Unter einer Vielzahl von Behandlungsmöglichkeiten hat sich das medizinische Kräftigungstraining inzwischen in der Praxis fest etabliert. Viele Untersuchungen zur Trainierbarkeit der Rumpf-, Nacken- und Halsmuskulatur haben gezeigt, dass sich die muskuläre Stabilisierung der Wirbelsäule von beschwerdefreien Personen sowie von prächronischen und chronischen Rücken- und Nackenpatienten mit Hilfe moderner trainingswissenschaftlicher Methoden erheblich verbessern lässt. Dadurch können vorhandene Beschwerden reduziert werden und sich in vielen Fällen sogar vollständige Beschwerdefreiheit einstellen. Da Rückenschmerzen die Hauptursache bezüglich Arbeitsunfähigkeitstagen, Krankenhausaufenthalten und medizinischer Rehabilitation (Männer 37%, Frauen 36% aller Fälle) sind, wird es in Unternehmen zunehmend thematisiert und nach Lösungen gesucht.

Aus diesem Grund entwickelte die Daimler AG die arbeitsplatzspezifische Gesundheitsmaßnahme „Kraftwerk mobil“, die seit dem Jahr 2002 erfolgreich eingesetzt wird. Sie basiert auf einer computergestützten Funktionsanalyse der Wirbelsäulen stabilisierenden Muskulatur und einem darauf aufbauenden individuellen Trainingsprogramm am Gerät. Dabei handelt es sich um ein Bauch- und Rückenkräftigungsgerät, das sich auf einer mobilen Plattform (Anhänger mit Zugmaschine) befindet. Zu definierten Zeitfenstern fährt das „Kraftwerk mobil“ feste Haltestellen im Produktionsbereich an, um den Mitarbeitern ein Rückentraining am Arbeitsplatz anzubieten. Um darüber hinaus Mitarbeitern mit Büroarbeitsplätzen ein derartiges Training zu ermöglichen, steht das Trainingsgerät auch als „Kraftwerk stationär“ in Büronähe zur Verfügung.

 

 

Kraftwerk

 

Training

Nach einem Eingangstest trainieren die Mitarbeiter wöchentlich für drei bis fünf Minuten an diesem Gerät, um Rückenbeschwerden vorzubeugen bzw. diese zu lindern.. Die Maßnahme unterliegt der ständigen Weiterentwicklung in den Bereichen Prozess- sowie Ergebnisqualität und hat sich im Rahmen einer Vielzahl von wissenschaftlichen Studien als hoch wirksam erwiesen. Neben positiven Wirkungen hinsichtlich der biomechanischen Parametern Kraft und Beweglichkeit ist bei den Teilnehmern auch eine Reduzierung von Rückenschmerzen zu verzeichnen. Zudem lässt sich eine Tendenz dahingehend beobachten, dass sich der Krankenfehlstand in den entsprechenden Bereichen verringert. Darüber hinaus wird das Kraftwerk auch als Beratungsplattform für Gesundheitsthemen genutzt, um die Mitarbeiter zu einem gesundheitsbewussten Lebensstil arbeitsplatznah zu sensibilisieren. Durch die ständige Optimierung der Maßnahme wurde bereits ein hoher Grad an Standardisierung erreicht, der es ermöglicht, das Kraftwerkkonzept an weiteren Standorten mit geringem Aufwand zu implementieren.

infoline Gesundheitsförderung

Ein Informationsdienst des hessischen RKW-Arbeitskreises "Gesundheit im Betrieb"
 

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